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Antichrist (Blu-ray)

Titel/Blu-Ray Review:Antichrist (2009)

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Studio/Anbieter:(c) Ascot Elite / MFA+ Filmdistribution e.K. / Zentropa Entertainment23 ApS / Slot Machine Sarl / Liberator Productions Sarl / Arte France Cinema / Memfis Film International AB / Trollhättan Film AB / Lucky Red SRL (2010)
VÖ/Release Date:18.03.2010
FSK/Rating:FSK 18/KJ
Regional-Code:A, B, C
Media-Info:1 Blu-ray Disc: 1x BD-50
Laufzeit/Runtime:104:05 Min.
Bild-/Video-Format:2.35 : 1
Video-Codec:MPEG-4 AVC / 1080i 25 fps / 16:9 / High Profile 4.1
Video-Bitrateca. 23,6 Mbps
Audio:Englisch
Deutsch
Audiokommentar
DTS HD Master Audio 5.1 (48 kHz/16 Bit) 2123 kbps
DTS HD Master Audio 5.1 (48 kHz/16 Bit) 2118 kbps
DTS 2.0 (48 kHz/16 Bit) 768 kbps
Untertitel/Subtitles:Deutsch
Ø Total Bitrate:ca. 30,6 Mbps
Kapazitätsausnutzung:
utilization of capacity:
39,88 GB (BD-50 = max. 46,57 GB) = 85,64 %
Film:
Während das Ehepaar – Er und Sie – im Schlafzimmer sich dem Sex hingeben, verunglückt ihr kleiner Sohn tödlich bei einem Sturz aus dem Kinderzimmerfenster. Ihr Kampf mit Trauer und Schuldgefühlen endet in einer Depression. Er ist Therapeut und will ihr helfen. Dazu ziehen sich beide in eine abseits gelegene Waldhütte namens “Eden” zurück. Nicht nur hinter ihrer Furcht vor dem Wald steck mehr, nein, auch ihre gesamte Depression birgt weitere Geheimnisse. Während der Therapie versinken beide in einem Strudel aus Gewalt und Sex….
Über “Antichrist” wurde in den Medien viel berichtet – vor allem über Gewalt- und Sexszenen. Doch diese extrem expliziten Szenen dauern nur wenige Sekunden und sind nicht der Rede wert. Also – alles nur Medienhype, oder? Der Film wird durch diese Szenen
nicht interessanter oder besser. Lars von Trier nennt diese Szenen im Audiokommentar “amüsant”, was dem eigentlichen Ton des Films widerspricht. In dem Film geht es nur augenscheinlich um die Trauerbewältigung eines Ehepaares. “Antichrist” spiegelt, eher von Triers Gemütszustand während des Schreibens und des Drehens wieder. Damals war Lars von Trier eingentlich unfähig einen weiteren Film zu drehen, denn er durchlitt eine tiefe Depression, die auch während des Drehs anhielt. Daher musste er die Kameraführung an Anthony Dod Mantle abgeben, denn er konnte seine Hände nicht ruhig halten. Die Handlung, die expliziten Szenen und die visuelle Aufarbeitung des Filmmaterial waren für Lars von Trier wohl eine Katharsis, wodurch er seine Depression überwinden konnte und weiterfilmen bzw. -leben kann. Unter diesen Gesichtspunkten wird der Film wesentlich interessanter und damit macht er auch mehr Sinn. Läßt man diesen Aspekt weg, ist der Film eher eine Aneinanderreihung von seltsamen Szenen, die den Zuschauer zum größten Teil überfordern...


Link zum Trailer

Bild/Video (im Vergleich zu Referenz-BDs/in comparison to reference level BDs): 60 %
Bild/Video (Repräsentation des Filmmaterials/reproduction of the film’s look): 100 %
“Antichrist” ist filmtechnisch sehr interessant. Für den Slow-Motion-Filmanfang wurde eine Phantom HD-Kamera von Vision Research im High-Speed-Modus eingesetzt, da diese Kameras bis zu 1000 fps aufzeichnen können. Diese Anfangsminuten sind der schönste Teil des Films. Diese Zeitlupenaufnahmen sind wunderbar monumental, sehr scharf und sehr detailreich. Die klassische Musik plus Gesang (Händels “Lascia ch’io pianga”) geben die passende Umrahmung für diese Szenen. Der restliche Film wurde mit zwei RED ONE Digitalkameras in 4K 25 fps REDCODE 36 (= 36 MB/s Datenrate und verwendet eine weniger starke Kompression als REDCODE 28 = 28 MB/s) gedreht (siehe auch American Cinematographer, Ausgabe 11/2009). Für Verzerrungseffekte hat Kameramann Anthony Dod Mantle sogar ein Lensbaby auf die RED ONE geschraubt. Das was letztendlich als Film zu sehen ist, hat zum Teil recht wenig mit HD-Feeling im eigentlichen Sinne zu tun. Um den Look von Gemälden zu erzeugen, wurden einige Szenen mehrmals via Motion Control gedreht, d.h. die Kamerafahrt wurde mehrfach durchgeführt und war immer gleich. Diese Aufnahmen wurden aufeinander gelegt, so dass dort, wo sich die Schauspieler anders bewegten eine Doppeldarstellung entstand. Durch viele Wiederholungen konnten sehr viele “gedoppelte” Schauspieleraufnahmen generiert werden. Im PC wurden diese Aufnahmen gemittelt übereinander gelegt, so dass nun eine Art sehr unscharfe “Aura” um die Schauspieler erschien. Diese Art zu drehen wurde auch im Wald wiederholt, doch dort bewegen sich auch die Äste und Büsche, was ebenfalls ein unscharfes Bild hervorruft. In Kombination mit der “Wakelkamera”, den entsättigten Farben und der sehr düsteren Beleuchtung, entstand dabei ein Bildeindruck, der sehr wenig Plastizität und Bildtiefe zu bieten hat. Das unscharfe, verwackelte Bild soll für den Zuschauer einen kleinen Ausweg aus der bedrohlichen Handlung bieten. Die wenigen ruhigen, sehr scharfen, sehr detailreichen und – aufgrund der RED ONE-Kameras – Filmkorn-freien Szenen, sind auf Referenzniveau und sollen den Zuschauer festnageln. Der quasi-Ölfarben-Look wurde von Lars von Trier und Anthony Dod Mantle so gewollt und das dargebotene Bild entspricht fast genau dem Filmmaster. Vor allem bei sehr großen Bilddiagonalen (> 2 Meter) wirkt das Bild sehr künstlerisch, hat aber nichts mit dem “HD-Wow-Effekt” zu tun. Dass das Bild in 1080i auf der Blu-ray Disc zu finden ist, liegt daran, dass Blu-ray offiziell 25 fps nur in 1080i und nicht in 1080p unterstützt. Es gibt zwar einige Player die 1080p25 wiedergeben können, doch es ist kein offizieller Standard. Im Kino wurde der Film “langsamer” mit 24 fps gezeigt.
English (outline):
“Antichrist” is technically speaking very interesting. The slow motion scenes at the begining of the film were shot with
Phantom HD cameras from Vision Research. This cameras are able to shot at 1000 fps. This first minutes of the film are visually the most beautiful part of the film. This scenes can be described as “monumental”, very sharp and very detailed. The classical music plus the classical vocals (Händel’s “Lascia ch’io pianga”) envelop this scenes very nicely. The others parts of the film were shot with two RED ONE cameras in 4K 25 fps REDCODE 36 (= 36 MB/s date rate, using less compression than REDCODE 28 = 28 MB/s; see also American Cinematographer Nov 2009). For distortion effects DOP Anthony Dod Mantle mounted a Lensbaby onto the RED ONE cameras. All in all the resulting image has little to do with “HD-feeling”. It is more the look of oil paintings, which was achieved by mean of motion control camera shots. Scenes were shot multiple times (using the same camera movement via motion control) and then overlayed. The different movements of the actors resulted in an unsharp halo around the actors. This kind of shooting was also realised in the woods, but there are also the bushes and boughs moving, which resulted in an even more unsharp picture. In combination with the shaking camera, the desaturated colors and the very dark lighting the final picture has to offer little to no 3-dimensionality. The few calm scenes with no motion offer a very sharp and very detailed picture which is reference quality. The quasi oil-painting look was intended by Lars von Trier and Anthony Dod Mantle and the BD looks probably like the final master. Big screens (> 2 meters) present the picture very artistically but there is no “HD wow” effects evident. Blu-ray does not support 1080p with 25 fps just 1080i with 25 fps. As the film was shot in 1080p25 the picture could only be encoded as 1080i 25fps. In cinemas the film was slowed down to 24 fps.

Audio: Englisch 76% / Deutsch: 76%
Für “Antichrist” ließ Lars von Trier einen Soundtrack produzieren der gleichzeitig Musik und Effekte darstellt. Einzige Ausnahme ist das Stück “Lascia ch’io pianga” von Händel zu Beginn des Films. Der Ton nutzt die 6 Kanäle sehr effektiv und umhüllt den Zuschauer regelrecht. Dabei kann man im hinteren Klangfeld auch Split-Surround-Effekte hören, die man weder als Musik noch als reinen Surroundeffekte einstufen kann. Auch für den Subwoofer gibt es einiges zu tun und so droht der Wald mit dunklen Szenen die von Tiefbassattacken untermalt werden. Insgesamt ein interessanter Soundtrack, der – ganz untypisch für Lars von Trier – ein recht aktives 5.1-Klangfeld mit ordentlich Bass besitzt. Einige längere Szenen sind tontechnisch recht ruhig und etwas frontlastig.
English (outline):
+ enveloping soundtrack
+ uses all 6 channels incl. deep bass
+ music and sound effects melt into a soundscape
- some parts a quite silent and front heavy

Extras/Bonusmaterial:
- Audiokommentar von Lars von Trier und Maurice Smith (Universität von Kent)
- Interview Charlotte Gainsbourg (HD): 43:52 Min.
- Interview Willem Dafoe (HD): 8:05 Min.
- Geständnisse des Regisseurs Lars von Trier (HD): 4:57 Min.
- Die visuellen Effekte von Antichrist (HD): 15:31 Min.
- Die Musik zum Film (HD): 13:00 Min.
- Produktionsdesign und Filmausstattung (HD): 5:09 Min.
- Der Teufel in ihr (HD): 7:42 Min.
- Behind the Scenes & Making Of (HD): 6:32 Min.
- Die drei Bettler (HD): 8:06 Min.
- Die Spezialeffekte und Requisiten von Antichrist (HD): 8:13 Min.
- Wendecover

Fazit:
“Antichrist” wird auf einer recht guten Blu-ray Disc veröffentlicht. Die in HD-Maßstäben betrachtete Bildqualität ist zwar unterdurchschnittlich, da Lars von Trier das Bild auf Unschärfe getrimmt hat. Trotzdem repräsentiert die Blu-ray Disc das “Filmmaterial” sehr gut. Der Ton ist gut gelungen und bietet von umhüllenden Klängen bis zu frontlastigen Szenen eine ganze Klanglandschaft. Das Bonusmaterial ist sehr umfangreich und recht interessant.
“Antichrist” is presented on a good Blu-ray Disc. The picture quality is by HD’s standards below average due to the fact that Lars von Trier tried to achieve a soft look. But the BD represents the “film stock” very well. The sound is quite good and offers from enveloping sounds to front heavy scenes a whole soundscape. The bonus material is very extensive and pretty interessing.

Post Metadata

Date
Februar 23rd, 2010

Author
Thomas Konradt

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